8.7 Vom Provinzbahnhof zum Stadtmuseum

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28Familienbroschüre der Stadt Damme 8. Freizeitgestaltung für die ganze Familie 8.7 Vom Provinzbahnhof zum Stadtmuseum Epochen aus 6.600 Jahren Damme in der Region ausgestellt Einst fuhren von hier aus Züge in alle Welt, heute gibt es dort Stadtgeschichte hautnah – und das seit 1992. Zur Zeit lenkt das Dammer Stadtmuseum den besonderen Blick auf einen langen Zeitraum, der für das Dammer Selbstverständnis unentbehrlich ist. Denn das Thema der laufenden Sonderausstellung lautet „400 Jahre Dammer Carneval“. Immerhin bietet die Stadt den größten Straßencarneval Norddeutschlands. Obwohl die Dammer ihre Fastnacht in beliebigen Gruppen schon seit dem Mittelalter in Form des Heischegangs am Tag vor Beginn der Fastenzeit feierten, organisierten sie das ausgelassene Fest ab 1614 für den gesamten Ort gemeinsam. Nach 255 Jahren Heischegang gab es ab 1869 eine neue Form des Umzugs: Kostüm-Themen stellte man nun am Rosenmontag dar, angeführt von einem Narrenherrscher, dem Prinzen, und organisiert durch die Dammer Carnevalsgesellschaft von 1614. Wie sich daraus ein umfangreiches Sessionsprogramm mit bemerkenswert vielen Eigenarten entwickelte, schildert die laufende Sonderausstellung. In einer anderen Abteilung des Stadtmuseums steht eine Sensation am Anfang: 6.600 Jahre ist der älteste Bohlen- und Pfahlweg der Welt, der natürlich durchs Moor auf Damme zuführte. Aber auch die „Hünensteine“ oder Großsteingräber aus der Steinzeit sowie der bronze- und eisenzeitliche Friedhof auf dem Mahnenberg sind dort dokumentiert. 2.500 Jahre alte Leichenbrandreste mit der Orginalurne führen die Überbleibsel eines unserer Vorfahren vor Augen. Blutig und kämpferisch ging’s innerhalb von 600 Jahren oftmals zu, wenn die hier ansässigen Münsterschen gegen die Osnabrücker Untertanen antreten mussten, weil sich ihre Herren Fürstbischöfe nicht einigen konnten, wem die Region um Damme denn nun gehört. Die so geteilten Dammer litten heftig darunter, was aber zu besonderen Formen der Selbstbehauptung führte, etwa zur Dammer Tracht oder zu ausgeprägter Fachwerkgiebel-Kunst. Anschließend geht es in die Dammer Tiefen bis zu 250 m. Eine Abbaukammer aus dem Eisenerzbergbau kann mit vielen weiteren Ausstellungsgegenständen anschaulich dieses wichtige Kapitel Dammer Geschichte vermitteln. Denn eine rasante Entwicklung der Stadt nach dem letzten Weltkrieg setzte durch den Bergbau ein. Eine Menge Fossilien aus dem heute nicht mehr zugänglichen Bergwerk künden von der Herkunft und Entstehung des Eisenerzes.


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